PM: Ruhe im Karton


Aushöhlung der Jugendarbeit geht weiter!

In der morgigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses wird die Verwaltung zwei mutmaßlich gute Lösungen für das Jugendzentrum Detmerode und die Luftsprünge präsentieren.

Das Jugendzentrum Detmerode wird bis zum Jahresende weitergeführt und ab dem 1.1.2018 werden die Kürzungsmaßnahmen umgesetzt. Bis dahin sollen die Jugendlichen an einer konzeptionellen Überarbeitung beteiligt und ein neuer Träger für ein Angebot im Stadtteil gefunden werden. Mit diesem Vorschlag wird zwar den Jugendlichen und der Einrichtung ein knappes halbes Jahr gegeben, die Entscheidung zu akzeptieren, eine Möglichkeit zur Intervention wird ihnen jedoch genommen, da der Jugendhilfeausschuss gleichzeitig über die Kürzung der Mittel beschließt. Das ist der „Tod auf Raten“, jedoch keine ernsthafte Form der Beteiligung, meint Jens Hortmeyer vom Stadtjugendring. Das Detmerode überhaupt in der Streichungsliste der Verwaltung auftaucht, hat wohl eher was mit der perspektivischen Umnutzung des Gebäudes für die Mensa der benachbarten Schule zu tun, mutmaßt Hortmeyer.
Ansonsten wäre wie z.B. in Ehmen vorgegangen worden. Aus zwei Pädagogen Stellen wurden hier in den letzten Jahren erst 1,5 Stellen, dann eine Stelle und ab Mai soll noch eine geringfügige Stelle übrigbleiben. Wohlgemerkt all diese Veränderungen ohne Kenntnisgabe oder Beschluss im Jugendhilfeausschuss. Aus diesem Grund hat der Stadtjugendring eine Übersicht der derzeit besetzten Stellen zur Sitzung am Dienstag beantragt. Das Einrichtungsschließungen dauerhafte Verluste sind, sollte nicht zuletzt Jugenddezernentin Bothe wissen, die in ihrer Funktion als Jugendpflegerin das Jugendhaus Onkel Max und das Kaschpa geschlossen hat. Es hat über 10 Jahre gedauert, bis mit der Haltestelle am Nordkopf wieder eine Jugendeinrichtung in der Innenstadt geschaffen wurde, so Hortmeyer.

Auch was die Luftsprünge angeht, bleibt der Stadtjugendring skeptisch. Die organisatorische Unterstützung durch die WMG ist sicher eine sinnvolle Maßnahme. Allerdings ist weiterhin offen, wie die inhaltliche Organisation erfolgen soll, welche Stelle dies übernimmt und was im Gegenzug dafür wegfällt. Unbeantwortet ist derzeit auch noch, wie hoch die Umsetzungskosten unter dem Strich sind, wo bereits seit den letzten Luftsprüngen die technische Unterstützung durch die Jugendwerkstätten entfallen ist und durch bezahlte Leistungen der WBG ersetzt wurden.

 

[ Diese Nachricht als PDF herunter laden ]